Schweden

 

 

Montag 02.09.2013                                                                                                                                      1. Woche

 

Drei Wochen Schweden liegt vor uns, da ist das zeitige Aufstehen heute Morgen leicht gefallen. Wir trudeln nach einer verregneten Fahrt pünktlich um 6.30 Uhr in Rostock ein. Mit halbstündiger Verspätung Schippern wir um 8.00 Uhr endlich nach Trelleborg los.


Unser Camperticket ist inklusive Kabine. Die werden wir auch nutzen, denn die Nacht war ja doch etwas kurz gewesen. Erst mal frühstücken wir und ich hole in der Cafeteria 4 Brötchen. Na, bei 3,60 € für die Brötchen haben wir unsere Kabine dann doch noch bezahlt. Eigentlich wollten wir die noch unterwegs besorgen, da uns die Preise auf der Fähre bekannt sind. Ist aber wieder in Vergessenheit geraten.

Die Überfahrt fällt stürmischer aus als erwartet, wir schaukeln uns in den Schlaf. Auf halber Strecke beruhigt sich die See wieder und der Himmel sieht freundlicher aus.

Mit 15 min. Verspätung kommen wir in Trelleborg an und dann heißt es Warten, Warten, warten ... Man was machen die da vorne? Anlegen für Anfänger oder haben die den Schlüssel für die Luke verloren? Nach einer ½  Stunde können wir endlich vom Schiff runter. Den Regen scheinen wir hinter uns gelassen zu haben, die Sonne scheint, angenehme 21° Grad. Geplant ist an der Ostküste entlang zu fahren, unser Ziel ist erst mal Ystad in der Provinz Skåne.

Wir fahren auf dem Riksväg 9 als ein kleiner Leuchtturm in Smygehuk zum Halten einlädt. Es ist der südlichste Punkt Schwedens.

In Smygehuk nahm Nils Holgersson Abschied von seiner Reise mit den Wildgänsen.

   

Der Leuchtturm ist eine 17 m hohe

Stahlkonstruktion. Er wurde 1883 fertiggestellt und 1975 stillgelegt. Auf Initiative der Kommune Trelleborg konnte er im April 2001 wieder eingeschaltet werden. Heute rotiert die Linse nicht mehr und die Glühbirne hat nur eine Stärke von 60 Watt. Dennoch leuchtet sie rund 15 km über das Meer und dient in erster Linie den Touristen- und Fischerbooten als Wegweiser.

 

 

Wir fahren ein Stück weiter nach Smygehamn und schauen uns neben dem kleinen Hafen einen Kalkofen an. Ein Überbleibsel aus Mitte des 19. Jahrhunderts.

 

Der Betrieb ging bis 1954. Der gebrannte Kalk diente zur Bodenverbesserung und Baumaterial. Der Kalk ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil, um die schonischen Landhäuser verputzt und weiß zu halten. An diesem Ort gab es einst um die zehn Öfen. Es befinden sich immer noch einige nördlich von Smygehamn.


Aus Erfahrung sind wir wettermäßig guter Dinge, wenn es nach Schweden geht, aber dieser krasse Unterschied zu heute Morgen überrascht uns doch. Wir schauen uns noch etwas um und genießen jeden Sonnenstrahl.

Blühende Phacelia Felder auf dem Weg nach Ystad. Da muss man einfach noch mal halten.

So trostlos wie das Fahrrad empfängt uns auch Ystad. Ein öder Parkplatz am Bahnhof und dunkle Wolken, die ihr Wasser nicht halten können. Wir gehen was Essen und hoffen auf Wetterbesserung.

Es wird zwar optisch nicht freundlicher, bleibt dafür bis zum Ende unserer Tour trocken.

Wir schlendern durch die sehenswerten alten Gassen des Ortes. Da ich schon in den 70´Jahren in Ystad auf den Spuren von Sjöwall/Wahlöö wandelte verkneifen wir uns die Örtlichkeiten von Wallander. Soll ja nicht in einer Psychose enden. Es ist mittlerweile auch schon 18.00 Uhr und wir haben noch keinen Plan zum Übernachten.



Also weiter nach Kåseberga. Hier stehen die berühmten Ales Stena. Schon etwas spät, dafür sind wir fast alleine hier. Das Thermometer zeigt 16° Grad und mit dem Wind wird’s jetzt doch etwas frisch.

Auf Kåsehuvud oberhalb des alten Fischerdorfs Kåseberga liegt die größte Schiffssetzung Schwedens mit insgesamt 59 Steinblöcken in Form eines 67 Meter langen und 19 Meter breiten Schiffes.

Mit einem Rundgang am Hafen beenden wir den heutigen Tag und bleiben auf dem Parkplatz für die Nacht.



Am Abend klopft es an der Tür und man bietet uns Sanitäranlagen für 100,- SEK zur Benutzung an. Wir lehnen dankend ab, haben alles an Bord. Im Nachhinein haben wir erst gesehen, dass hier auch ein Stellplatz ist, daher wohl die nächtliche Anfrage. Vielleicht kam er auch zum Kassieren und Uwe hat ihn falsch verstanden. Egal, wenn jemand Kohle von uns will, muss er anständig mit dem Klingelbeutel klimpern. Sonst gibbet halt nix.

 

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