Kurztrip ins Fichtelgebirge

 

 

Montag, 31.10.11

 

Das Wetter ist noch angenehm mild und so starten wir spontan unsere letzte Tour für dieses Jahr. Wo´s genau hingehen soll, wissen wir noch nicht.

 

Nach der Arbeit füllen wir noch schnell Wasser auf und laden den Kühlschrankinhalt um. So nach der Devise "was noch fehlt, kaufen wir unterwegs", geht es endlich Richtung Autobahn. Die Packerei hat doch länger gedauert als uns lieb war. Dadurch stimmt unser ganzer Zeitplan nicht mehr. Mmmh, wenn ich´s genau überlege, stimmt er bei keinem Urlaub. Aah, Schwamm drüber. Wir fahr´n ja schon!

 

Suchend landet mein Finger, auf der Landkarte, im Fichtelgebirge. Fichtelgebirge? Warum nicht?! Noch ein Plätzchen im Stellplatzführer für die Nacht suchen und schon steht unser Ziel fest. Nach Marktleuthen soll es gehen. Liegt schon nahe der tschechischen Grenze. Gegen 20.00 Uhr trudeln wir endlich ein. Ein bisserl verrückt sind wir schon. Eine Anreise von 370 km für 2 1/2 Tage.

 

Irgendwie haben wir immer das Gefühl, wir müssten in 80 Tagen um die Welt, wenn wir im Womo sitzen. Ob das noch heilbar ist?!

 

Der Stellplatz ist für die Gegend und Jahreszeit mit 5 Mobilen noch gut besucht. Wir vertreten uns nach der langen Fahrt erst mal die Beine im Ort. Leider habe ich meine Kamera im Womo vergessen. Hier ist zwar nix los, aber im Schein der Laternen hätte sich doch ein Fotomotiv ergeben.

 

Beim Abendbrot fällt uns siedendheiß ein, dass wir im Frankenländle sind. Morgen ist Allerheiligen, somit Feiertag. Hoffentlich hat hier morgen ein Bäcker offen? Wir teilen mal vorsichtshalber das Brot ein. Von wegen ... den Rest kaufen wir unterwegs! War wohl etwas zu spontan das Ganze oder auch schlecht geplant. Kann man so oder so sehen. Wenn alle Stricke reißen ... es gibt ja noch Tankstellen.

 

 

Dienstag, 01.11.2011

 

Der Stellplatz
Der Stellplatz

Der Platz liegt zentrumnah und ist kostenlos inkl. V/E und Strom, aber eine Spende ist erwünscht. Auch können Toiletten und Duschen benutzt werden. Nett, brauchen wir aber nicht. Wir benutzen lieber unsere eigene sanitäre Anlage. Außerdem gibt es einen Wasserspielplatz für Kinder und einen Grillplatz. Da hat sich die Gemeinde viel Mühe gegeben, um Besucher anzulocken.

St. Nikolaus Kirche
St. Nikolaus Kirche

Wir schauen uns nun den Ort bei Tageslicht an und halten schon mal Ausschau nach einem Bäcker. Gestern im Schein der Laternen sah es hier netter aus. Alles etwas trist. Liegt vielleicht auch an der fehlenden Sonne. Bäcker mit Café findet sich auch. Doch wir laufen erst mal hinterm Dorf weiter und genießen die Ruhe, Farbenvielfalt des Herbstes und das ständige Bimbam der Kirchenglocken.

Landschaftlich hat die Gegend ihren Reiz, aber die Ortschaften sind abseits der Flaniermeilen zum Teil stark runtergekommen. Liegt´s am schwindenden Tourismus seit der Wende?

Auf dem Rückweg decken wir uns für den Tag beim Bäcker ein. Dann brauchen wir nicht die Back und pappig von der Tanke. Wir laufen noch etwas an der Eger entlang, gleich beim Stellplatz.

Auf Empfehlung eines Stellplatznachbarn fahren wir ins 10 km weiter liegende Thierstein. Der Platz liegt auf einer Anhöhe mit Blick auf das Fichtelgebirge und kostet 4,- € inkl. Strom und V/E.

Schöner Platz und schöner Ausblick. Nur ist es hier noch diesiger, als in Marktleuthen.

 

Wir spazieren in den Ort und wollen zur Burgruine. Hier tobt auch nicht gerade das Leben. Leider können wir uns die Burg nur von außen ansehen, da sie wegen Baumaßnahmen geschlossen ist.

Na toll; geschlossene Ruinen hätten wir auch rings um Berlin seh´n können.

Dann gehen wir eben aus Frust was essen. Naja, etwas Hunger war auch schon dabei. Da haben wir auch mehr Glück und finden uns in der Gaststätte Burg ein.

Wir sind die einzigen Gäste und können auf der Karte zwischen 3 Gerichten wählen. Alles frisch und lecker zubereitet. Klöße wie bei Muttern und

das Fleisch zergeht auf der Zunge. Sehr empfehlenswerte Gaststube. Da kann man nicht meckern.

Eine mehrstündige Wanderung in die nähere Umgebung lässt die angefutterten Pfunde wieder schmelzen.


 

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